Immer wieder werden wir gefragt, wie man als Endkunde ein gutes Olivenöl erkennen kann. Aufgrund der Fülle, der vielen Marken und Produkte ist es außerordentlich schwer, ein gutes Olivenöl zu erkennen. Wie erkennt man also ein gutes Olivenöl? Hier die wichtigsten Qualitätsmerkmale, auf die man achten sollte, um ein gutes Olivenöl (auch im Supermarkt) zu finden:
Erntezeitpunkt/Erntejahr und Abfülldatum
Vermutlich möchten Sie Olivenöl des aktuellen Jahrgangs kaufen. Überprüfen Sie, ob das Erntejahr auf dem Etikett aufgedruckt ist. Das Abfülldatum allein ist kein Versprechen, dass es sich um Olivenöl des aktuellen Jahrgangs handelt. Beim Abfülldatum handelt es sich lediglich um das Datum, an dem das Olivenöl in die Flasche gefüllt wurde. Ohne jemandem böse Absichten unterstellen zu wollen, ist dies allein keine Aussage über das Jahr der Ernte.
Wir empfehlen: Achte darauf, dass das Erntejahr genannt wird. Bei uns findest Du zum Beispiel ab März immer nut noch Olivenöl des aktuellen Kalenderjahres.
Sortenrein oder Cuvée
Wir müssen so ehrlich sein und zugeben: Pauschal kann man nicht sagen, ob sortenrein immer besser ist als ein Cuvée. Letzten Endes entscheidet Dein Geschmack. Die objektive Qualität ist das Eine, aber der Entscheider ist Dein Gaumen. Worauf es jedoch ankommt ist folgendes: Wird die genaue Sorte genannt?
Besser noch, werden die genauen Sorten genannt?
Grundsätzlich gilt: Je detaillierter die Angabe über die verwendete Sorte(n) ist, desto wahrscheinlicher hat der Anbieter nichts zu verbergen. Wieso auch? Eine Kollektion der besten Sorten Griechenlands, Italiens oder Spaniens wirkt auf uns wie die Aussage: „Wir haben alles in einen Topf gemischt.“
A-Marken Anbieter hingegen nennen ihre verwendeten Sorten gezielt, um diese in den Köpfen der Nutzer zu verankern. Das ist auch richtig so! Du weißt was Du isst und das schmeckt Dir. Bei Deinem Kauf eines Olivenöls suchst Du dann gezielt nach Merkmale, wie den Namen der Sorte, der Dir Sicherheit bietet, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.
Wir empfehlen: Achten Sie darauf, ob die Sorte(n) genannt werden.
Ursprung und Anbauregion der Oliven bzw. des Olivenöls
Überprüfe, ob eine detaillierte Angabe der Olivenanbauregion bzw. Herkunft des Olivenöls genannt wird. Eine Angabe wie „aus EU und Nicht-EU Staaten“ oder „aus ausgewählten Regionen xxx“ heißt nichts anderes, als dass der Anbieter bzw. Abfüller Olivenöl aus mehreren Regionen gekauft und in eine Flasche abgefüllt hat.
Wenn Du die Aussage “italienisches, griechisches, spanisches, tunesisches, marokkanisches Olivenöl” liest, kannst Du davon ausgehen, dass die Olivenfrüchte tatsächlich in diesem Land zu Olivenöl verarbeitet wurden. Leider kann es auch vorkommen, dass die frischen Olivenfrüchte im Ausland eingekauft werden und im eigenen Land zu Olivenöl verarbeitet wurden, um dieses als *isches Olivenöl zu deklarieren. Rechtlich betrachtet gibt scheint diese Praxis legitim zu sein.
Du merkst, Kreativität kennt keine Grenzen. Der Gesetzgeber muss erst einen Missbrauch oder Wettbewerbsnachteil feststellen, um zu handeln. Eine Gegenmaßnahme wäre, wenn die Herkunft der eingesetzten Olivenfrüchte genannt werden muss.
Bei uns bekommst Du ein Olivenöl mit einer eindeutig deklarieren Herkunftsangabe. Land, Stadt und Dorf des Olivenhains. Wir verwenden ausschließlich Koroneiki-Oliven aus unserer Anbauregion. Abgefüllt wird jede Woche frisch bei uns in 89542 Herbrechtingen.
Wir empfehlen: Achte darauf, ob die genaue Ursprungsregion genannt wird. So weißt Du, dass das Olivenöl nicht aus ganz z.B. Griechenland stammt, sondern aus einer ausgewählten Region.
Zusätzliche Angaben auf dem Etikett
Anbieter hochwertiger Olivenöle veröffentlichen zumeist auch spezifischere Angaben auf dem Etikett, wie beispielsweise den erreichten Wert der Ölsäure oder den Wachsgehalt.
Grundsätzlich ist es nicht erlaubt nur den Wert der Ölsäure zu veröffentlichen. Bestimmte Werte dürfen nur als „Paket“ auf das Etikett. Als Faustformel gilt: je mehr Details zur chemischen Analyse, desto transparenter das Angebot.
Anbau- und Erntemethode
Dieses Detail gibt Aufschluss darüber, ob es sich um „Industrieplantagen“ handelt, oder um traditionelle Landwirtschaft mit traditionellen alten Olivenbäumen.
Der Hinweis liegt hier in der Bezeichnung “Ernte von Hand” oder “traditionelle Ernte mit Rechen und Stöcken”.
Hintergrund ist folgender: Um das ganze mit Äpfeln zu vergleichen. Hier unterscheidet man zwischen Plantagen-Obst und Streu-Obst. Bei Plantagen-Bäumen handelt es sich um gezüchtete „Bäumchen“, die einfach und effizient zu ernten sind. Streuobst Bäume sind für gewöhnlich „richtige“ Bäume mit „mehr“ Baumstamm und mehr Holz.
Das macht dann auch den Unterschied im Preis. Industrialisierte Anbauregionen sind einfach deutlich effizienter in der Ernte. Das heißt, dass die Lohn-Stück-Kosten deutlich geringer sind als bei uns, mit den traditionellen Bäumen. Wir brauchen einfach viel länger um die Bäume abzuernten und mehr Zeit pro Baum. Das ist mit ein Faktor, weshalb ein Olivenöl aus „traditionellem“ Anbau mehr kostet als ein Olivenöl aus modernem und effizienterem Anbau.
Bodenverhältnisse
Diese Information können Sie in der Regel auf der Homepage des Herstellers finden. Je nach Bodenbeschaffenheit, gewinnt das Olivenöl an besondere Aromen. Die Beschaffenheit unseres Bodens ist: steiniger Boden mit roter Erde.
Güteklasse
Die höchste Güteklasse ist das extra native Olivenöl. Auf der Angebotsseite gibt es extra native Olivenöle, native Olivenöle und Olivenöle die Du im Einzelhandel erwerben kannst. Bei letzterem handelt es sich um ein Produkt aus der Raffinerie.
Der Mythos Weißglas versus Grünglas
Die Experten aus Fach-Zeitschriften und Dokumentationen, die sich zum Thema Olivenöl äußern, raten tendenziell von Kauf von Olivenöl in Weißglas ab. Jedoch wird unserer Meinung nach nicht hinreichend genug erläutert, wieso und wann Weißglas vermieden werden sollte.
Grundsätzlich gilt folgendes: Olivenöl in Weißglas ist lichtanfälliger. An sich ist diese Behauptung sachlogisch richtig. Allerdings kommt es hier darauf an, wie das Olivenöl gelagert wird.
Wir zum Beispiel füllen auch in Weißglas ab und bieten es den Kunden an. Unser Olivenöl sieht bis zum Verkauf, oder dem Öffnen des Pakets kein Tageslicht. Daher kann unser Olivenöl problemlos in Weißglas angeboten werden. Du solltest lediglich darauf achten, Dein Olivenöl in einer dunklen Schublade zu verstauen. Deshalb kannst Du unser Olivenöl bedenkenlos in Weißglas erwerben.
Wenn Du jedoch im Supermarkt Olivenöl kaufst, so raten wir Dir auch, tendenziell Olivenöl in Grünglas zu kaufen. Das hat einen ganz einfach nachzuvollziehenden Hintergrund. Erstens: Sie können nicht wissen, wie lange das Olivenöl im Regal steht. Zweitens: Das Olivenöl ist während der gesamten Öffnungszeit dem Tageslicht und künstlichem UV-Licht ausgesetzt. Dadurch altert das Olivenöl schneller.